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Die Notfallmaßnahmen des Körpers verstehen und damit Panikattacken bekämpfen

Panikattacken was tun?Die meisten Menschen, die an Panikattacken leiden, würden es so beschreiben, dass sie sich bei einer Attacke augenblicklich außer Kontrolle befinden. Die primäre Klage über den Kontrollverlust des Körpers: urplötzlich kommen die körperlichen Symptome angerauscht und man fühlt sich überwältigt.

Auch wenn es so scheint, dass Panik sofort auftritt, gibt es tatsächlich eine Anzahl von Ereignissen, die tendenziell vorher in unserem Verstand und Körper ablaufen, bevor es zu einer Attacke kommt. Wenn wir diesen körperlichen und mentalen Prozess verlangsamen könnten, würden wir typischerweise sehen, dass die Angst einer Person eine Reihe von Stufen beinhaltet und könnten so die Panikattacken bekämpfen. Der tückische Part ist, dass einige oder alle dieser Phasen außerhalb der bewussten Wahrnehmung stattfinden. Und sie können alle binnen Sekunden ablaufen. Deshalb kann sich Panik wie eine solche Überraschung anfühlen: Wir sind uns nicht über die Phasen, die vor einer Panikattacke stattfinden bewusst.

Einige dieser Phasen dienen dem Körper auch dazu ihn anzuleiten, wie er reagieren soll. Ich erkläre hier einmal ganz einfach, wie Phase 1 beispielsweise ablaufen könnte, nämlich als antizipierte Angst. Der Panikzyklus beginnt damit, dass Sie sich einer gefürchteten Situation nähern. Schnell ruft sich Ihr Geist Ihre vergangenen Fehlschläge eine ähnliche Situation zu meistern zurück. Ein Beispiel dafür könnte das von Sandra, einer Freundin von mir, sein. Während Sie zuhause sitzt und darüber nachdenkt in einen Lebensmittelladen zu gehen, erinnert sie dieser Gedanke daran, wie sie vorher einmal eine Panikattacke beim Einkaufen hatte.

Hier ist der erste von vier wichtigen Informationsteilen. Wenn wir uns ein vergangenes Ereignis geistig wieder hervorrufen, tendiert unser Körper dazu so zu reagieren, als ob dieses Ereignis gerade eben stattfinden würde. Jeder von uns hat schon einmal diese Erfahrung gemacht. Beispielsweise beim Anschauen von alten Fotos bekommen wir manchmal dasselbe freudige Gefühl wie an jenem Tag an dem die Aufnahme gemacht wurde. Oder vielleicht hat jemand an einem anderen Tag den Tod einer Ihnen nahestehenden Person erwähnt und das versetzte Sie umgehend wieder in einen traurigen Zustand. Ähnlich erging es Sandra. Als sie sich an ihre letzte Panikepisode erinnerte, rief sie unbewusst die Gefühle jenes Tages wieder hervor als ob es am selben Tag gewesen wäre: Angst.

Zunächst denken wir also darüber nach, wie wir der gefürchteten Situation gegenüberstehen. Das erinnert uns an unser vergangenes Scheitern. Da wir uns nun wieder hervorrufen, dass wir in dieser Situation Schwächen haben, beginnen wir uns als nächstes die Frage zu stellen ob wir fähig sind die Situation diesmal zu bewältigen. „Kann ich das wirklich schaffen? Was ist, wenn ich wieder in Panik gerate?“ Diese Art der Fragen sendet eine besondere Botschaft an den Körper.

Und hier ist das zweite wichtige Puzzleteil. Wir beantworten diese rhetorischen Fragen unbewusst: „Nein, wenn ich nach meiner letzten Leistung/Situation gehe, dann denke ich, dass ich damit nicht umgehen werden kann. Wenn ich in Panik gerate, werde ich total die Kontrolle verlieren.“ Diese unbewussten Bemerkungen geben folgende Anweisung an den Körper: „Rüste dich für den schlimmstmöglichen Ausgang.“

Gleichzeitig können wir uns geistig visualisieren, wie wir darin Versagen mit der Situation umzugehen, auch wenn wir das Bild vielleicht nicht bewusst „sehen“. In unserem Beispiel hält Sandra vor dem Geschäft an und stellt sich vor wie es wohl wäre, wenn sie die „Kontrolle verlieren“ würde. Später während sie ihren Einkaufswagen befüllt, stellt sie sich vor, wie lange es dauern wird, um durch die Schlange an der Kasse zu kommen. Und jedes Mal reagiert ihr Körper auf diese Bilder.

Hier kommt die dritte wichtige Information. Genauso wie unser Körper auf Erinnerungen aus der Vergangenheit reagiert, wird er auch auf Bilder aus der Zukunft reagieren, als ob sie gerade eben stattfinden würde. Wenn wir ein Bild von uns im Kopf haben, wie wir schlecht mit einer Situation umgehen können, dann weist unser Geist den Körper an, sich „gegen ein Versagen zu rüsten.

Was ist mit dem Körper? Wie genau reagiert er auf diese Botschaften?

Was tun bei angst

Unsere Körper wurden Millionen von Jahren lang darauf trainiert auf Notfälle zu antworten. Wir besitzen ein fein geschliffenes Antwortsystem, das innerhalb eines kurzen Moments auf die Instruktion: „Das ist ein Notfall“, reagiert. Es reagiert jedes Mal auf jedes Ereignis, das der Körper als Notfall betrachtet, auf die gleiche Weise.

Hier ist der vierte wichtige Teil. Innerhalb des Panikzyklus ist es nicht der Körper der falsch reagiert. Der Körper reagiert perfekt auf eine übersteigerte Botschaft des Geistes. Nicht der Körper muss in Ordnung gebracht werden. Es sind unsere Gedanken, die Bilder, unsere negative Interpretation unserer Erlebnisse, die wir korrigieren müssen, um Kontrolle über die Panikattacken zu erlangen. Wenn wir uns im Grunde selbst nie erzählen würden „Ich werde die Kontrolle in dieser Situation verlieren“, dann würden wir auch nicht diesen unbewussten Notfallschalter so häufig umlegen.

Mit anderen Worten, Ihr Geist sagt zu Ihrem Körper: „Die Gefahr findet GERADE statt, beschütz mich! Beschütz mich!“ Das ist ein Grund warum Sie all die körperlichen Symptome ganz aus dem Blauen heraus erleben. Die meisten Botschaften, die der Geist dem Körper vor einem solchen Moment sendet sind unbewusste, „stille“ Signale.

In Phase 2 – der Panikattacke – sind diese Botschaften nicht mehr still, der Effekt ist jedoch derselbe. Sie bemerken die körperlichen Symptome, wie etwa einen raschen Herzschlag. Dann bekommen Sie Angst vor diesen Anzeichen und leiten Ihren Körper unbewusst dazu an Sie zu beschützen. Der Körper beginnt damit die Körperchemie zu verändern, um Sie für den Notfall zu rüsten. Da dies jedoch keine echte körperliche Bedrohung ist, können Sie die Kraft und die Energie des Körpers nicht effektiv nutzen. Sie bemerken stattdessen eine Erhöhung der körperlichen Symptome. Das schafft einen sich selbst verstärkenden Kreislauf während einer Panikattacke. Es gilt diesen Kreislauf zu durchbrechen, um die Panik zu beruhigen.