Nachts

Nächtliche Panikattacken – Wenn der Terror Sie nachts heimsucht

Was tun bei AngstSind Sie jemals ohne offensichtlichen Grund aus dem Schlaf aufgeweckt worden (kein Alptraum oder externer Vorfall wie das Klingeln eines Weckers oder die plötzliche Bewegung Ihres Bettnachbarn), von der Angst ergriffen, die Sie nicht erklären können? Ihre Brust ist eng, Ihr Herz rast, Ihr Atem ist schnell und ungleichmäßig. Waren Sie unfähig in dieser Nacht wieder einzuschlafen? Hatten Sie sogar wegen der Erinnerung an dieses Erlebnis Angst davor, am nächsten Abend Schlafen zu gehen?

Wenn dem so ist, haben Sie wahrscheinlich eine nächtliche Panikattacke erlebt. Aber worum genau handelt es sich dabei? Was verursacht diese? Und, vielleicht die wichtigste Frage, wie kann man mit ihnen umgehen und es in Zukunft vermeiden, dass sie wieder auftreten?

1. Was ist eine nächtliche Panikattacke?

Eine nächtliche Panikattacke (NPA) ist das gleiche wie eine Panikattacke, die tagsüber auftritt. Sie beginnt nur, während Sie schlafen, für gewöhnlich während der REM Schlafphase und normalerweise eine halbe Stunde und dreieinhalb Stunden nachdem Sie eingeschlafen sind. Beachten Sie, dass NPAs nicht das gleiche sind wie Pavor Nocturnus (Nachtschreck). Leute die an Pavor Nocturnus leiden, erleben Amnesie in Bezug auf diese Episoden und sind nicht in der Lage anschließend wieder einzuschlafen. Zudem ist Pavor Nocturnus im Gegensatz zu NPAs häufig mit körperlicher Aktivität, wie dem Drehen und Wenden im Bett, Treten und Schlagen und sogar Schreien und im Raum Umherrennen, verbunden.

2. Symptome von NPAs

Wenn Sie eine Panikstörung haben, die dafür verantwortlich ist, dass sie tagsüber Panikattacken erleiden, dann sind die Symptome der Panikattacken nachts für gewöhnlich die gleichen oder sehr ähnlich. Diese Symptome können eine erhöhte Herzschlagrate, Hyperventilation, Atemschwierigkeiten, Enge in der Brust, Schwitzen, Zittern, Frösteln, Hitzewallungen und ein unerklärliches Untergangsgefühl einschließen.

NPAs können manchmal stärkere atembezogene Symptome beinhalten als es bei Panikattacken der Fall ist, die tagsüber ablaufen. Das schließt schweres Atmen, schnelles Atmen, ungleichmäßiges Atmen und/oder Atemschwierigkeiten ein. Zudem können NPAs sehr viel beängstigender sein, als die Variante während des Tages. Dafür gibt es einige Gründe: Da Sie beim Erwachen direkt von der Panik eingenommen sind, haben Ihre Gedanken keine Chance sich klar zu formen bevor die Attacke einsetzt. Zudem haben Sie keine Warnsignale, die der Attacke vorausgehen und die Ihnen erlauben würden, sich selbst vorzubereiten und präventive Taktiken einzuüben.

3. Wer ist betroffen?

Wenn Sie keine Panikstörung haben und nicht an tagsüber auftretenden Panikattacken leiden, ist es extreum unwahrscheinlich, dass Sie eine nächtliche Panikattacke erleiden werden. Unter den Leuten mit Panikstörungen sind NPAs jedoch ziemlich häufig. Sie treten aber sehr viel seltener als die Panikattacken während des Tages auf. 40 – 70 % der Patienten, die an Panikattacken leiden, werden mindestens einmal eine nächtliche Panikattacke haben. Wenn Sie eine Panikstörung haben und ein häufiges Symptom bei Ihnen Atembeschwerden sind, sind Sie zudem anfälliger für NPAs als andere Individuen mit Angststörungen.

Es gibt zudem bestimmte Gesundheitszustände, die in Verbindung mit einer Panikstörung eine Person anfälliger für eine Attacke machen, die nachts abläuft. Diese Gesundheitszustände werden im nächsten Abschnitt besprochen.

4.Was sind die Ursachen für NPAs?

Die Ursachen für Panikattacken im Allgemeinen werden noch nicht ganz verstanden. Unter den Leuten mit Panikstörung gibt es jedoch einige mögliche Ursachen. Diese Ursachen schließen Folgendes ein.

a) Obstruktives Schlafapnoesyndrom

Obstruktive Schlafapnoe tritt auf, wenn die oberen Atemwege während des Schlafes blockiert werden. Das kann bei Betroffenen zu Atemaussetzern von bis zu 30 Sekunden führen. In vielen Fällen wird dies durch überschüssiges Fett und Gewebe in der Halsregion verursacht. Das überschüssige Fett und Gewebe kann, wenn es nicht durch die Halsmuskeln in Position gehalten wird (zum Beispiel dann, wenn die Halsmuskeln sich während des Schlafs entspannen), Druck auf die Atemwege ausüben. Die resultierende Erhöhung an Kohlenstoffdioxid und der Mangel an Sauerstoff können Symptome auslösen, die denen eines Herzanfalls sehr ähnlich sein können.

Die meisten Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe wachen auf und schlafen anschließend wieder ein, wenn das passiert und dies häufig ohne es überhaupt zu realisieren. Menschen, die jedoch zudem eine Panikstörung haben, können aufgrund der Symptome, wie Kurzatmigkeit, Enge in der Brust usw., in Panik aufwachen, was dann eine hausgemachte Panikattacke auslösen kann.

b) Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)

GERD oder Säurerefluxkrankheit, im Volksmund auch Sodbrennen genannt, kann auch Symptome ernster Gesundheitsprobleme imitieren: Brustschmerzen, Atemschwierigkeiten, Nachtschweiß, Hyperventilation usw. Auch hier können diese Symptome Leute mit Angstproblemen nachts in Panik aufwachen zu lassen, was Panikattacken auslösen kann.

c) Hyperventilationsstörung

Viele Leute, die an Panikattacken leiden, entwickeln eine Hyperventilationsstörung, ein chronisches Atemproblem. Hyperventilation ist ein häufiges Symptom bei Panikattacken und ist auch für viele andere häufige Panikattacken Symptome verantwortlich. Viele Leute mit Hyperventilationsstörung sind in der Lage, normal zu atmen, wenn sie entspannt sind (vor allem während des Schlafes). Es gibt jedoch Menschen mit so schweren Atemproblemen, dass sie während des Schlafes hyperventilieren. Diese Hyperventilation ist häufig die Ursache, dass sie mitten in einer Panikattacke aufwachen.

Beachten Sie, dass keiner dieser Zustände allein NPAs auslösen kann. Wenn diese Zustände jedoch bei Patienten mit einer Panikstörung auftreten, erhöhen sich die Chancen für eine nächtliche Attacke bedeutend.

5. Wie man damit umgeht

Mit einer Attacke umzugehen, nachdem man aus dem Schlaf aufgewacht ist, ist sehr viel Panikattacken nachtsschwerer, als mit Panikattacken umzugehen, die tagsüber auftreten. Es gibt keine Warnung und keine Vorbereitungszeit. Herkömmliche Techniken für den Umgang mit Panikattacken können jedoch trotzdem helfen.

Wenn Sie in Panik aufwachen, zwingen Sie sich nicht dazu, die Symptome zu ignorieren und wieder einzuschlafen. Das wird nur zu Frustration, Versagen und verschlimmerten Symptomen führen. Machen Sie stattdessen das Licht an und konzentrieren Sie sich auf die Symptome. Erinnern Sie sich selbst daran, dass das eine Panikattacke ist und dass es nicht wirklich etwas Lebensbedrohliches gibt, das Ihre Symptome verursacht. Es kann helfen, wenn Sie mit sich selbst sprechen. Sprechen zwingt Ihren Körper dazu, die Atmung zu regulieren und stoppt die Hyperventilation.

Es kann auch helfen ein Paniktagebuch zu führen, in das Sie alles über Ihre aktuelle Attacke schreiben: Wann sie angefangen hat, wie Sie sich fühlten, die Symptome, die möglichen Auslöser usw. Das erlaubt es Ihnen, sich auf die augenblickliche Situation zu konzentrieren und sich nicht darüber zu sorgen, was sie bedeuten könnte (Gesundheitszustände, vor denen Sie Angst haben oder Sorgen über zukünftige Attacken usw.)

Eine sehr hilfreiche Taktik ist sich auf die Atmung zu konzentrieren. Atmen sie tief durch die Nase ein und achten Sie auf das Gefühl, wie der Sauerstoff Ihre Lungen füllt und wie Ihr Bauch und die Rippen expandieren. Dann atmen Sie langsam durch den Mund aus bis Ihr Bauch und die Rippen wieder kontrahiert sind. Führen Sie diese Übung aus, bis Sie merke, dass Ihre Herzschlagrate langsamer wird und andere Symptome abklingen.

Wenn Ihnen anti-Angst Medikamente verschrieben wurden, nehmen Sie die Medikamente sobald Sie realisieren, was passiert. Wenn Ihnen diese Medikamente nicht verschrieben wurden und Ihnen ausdrücklich gesagt wurde, dass Sie sie brauchen, wenden Sie keine Selbstmedikation an, um zu versuchen, die Symptome loszuwerden und wieder einschlafen zu können.

Das Beste was Sie tun können sind Dinge, die Sie sich wohlfühlen lassen. Das können die bereits erwähnten Atemübungen sein, ein beruhigender Kräutertee, ein warmes Bad. Ihr Ziel sollte sein, es zu vermeiden, dass die Angst zu weiterer Panik führt.

6. Prävention

Leider ist der einzige Weg, wie Sie eine Attacke vermeiden können, die medizinischen Ursachen zu behandeln, die diese verursachen. Körperliches Training, gesundes Essen und Gewichtsverlust können sehr hilfreich sein. Abnehmen kann manchmal Schlafapnoe verhindern. Zudem hilft es Ihnen die Nacht ohne Hyperventilation durchzuschlafen, wenn Sie am Ende des Tages müde von regelmäßigen körperlichen Betätigungen sind.

Nehmen Sie GERD Medikamente regelmäßig ein, um Attacken zu vermeiden, die durch Säurereflux verursacht werden, wenn Sie meinen, dass das der Grund für Ihre Symptome ist. Praktizieren Sie Yoga und Atemübungen, damit Sie sich während des Tages Ihrer Atmung bewusster sind. Das reduziert die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Hyperventilationsstörungen Sie nachts aufwecken werden.

Das wohl beste, dass Sie tun können, um NPAs zu behandeln, ist zu üben, die tagsüber auftretenden Attacken zu kontrollieren. Wann immer Sie eine Attacke haben, halten Sie Ihre Symptome fest, was Sie ausgelöst hat, wie lange Sie angedauert haben, was gegen Sie hilft und so weiter. Je besser und effektiver Sie dabei sind, mit den Panikattacken während des Tages umzugehen, desto vertrauter werden Sie mit Ihren Symptomen sein und desto besser werden Sie mit zukünftigen nächtlichen Panikattacken umgehen können.

Merken